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In Wort und Bild

Mai 2019

Vorbotinnen

Plötzlich fällt es mir wie Schuppen von den Augen:
Frauen waren es,
die zu den Männern eilten,
die atemlos und verstört
die größte aller Nachrichten
weitersagten:
Er lebt!
Stellt euch vor, die Frauen hätten
in den Kirchen Schweigen bewahrt!

Aus Schweden

Beeindruckend ist für mich in den Ostererzählungen immer wieder neu, dass es Zeit braucht, bis die Botschaft von der Auferstehung ankommen kann. Verwunderung, Erschrecken, es nicht glauben können sind die ersten Reaktionen. Und doch setzt sich diese unglaubliche Botschaft Stück für Stück durch: die Botschaft, dass auch dort, wo alles verloren zu sein und es keinen Ausweg zu geben scheint, auch wieder ein neuer Anfang möglich wird, ungeahnte Perspektiven sich eröffnen und Leben sich wieder auftut.
Und es sind Frauen, wie der Text aus Schweden aus den Evangelien herausliest, die hier zuerst den Mund aufmachen.
Wie gut tut es und täte es, wenn Frauen auch heute und in der jetzigen Situation der Kirche nicht schweigen, laut das Wort erheben, Position beziehen und für einen menschlichen Umgang eintreten, der Leben eröffnet und ermöglicht, und wenn sie so Zeugnis von ihrer Hoffnung geben, „Er lebt!“.

Dass wir uns alle, Männer wie Frauen, für diese österliche Botschaft einsetzen, wünschen

Ihre und Eure Franziskanerinnen sf

 

April 2019

Paradoxe WirklichkeitenBerg

Du bist
das Chaos
aber Deine Perfektion heißt Atem
Du bist
die laute Stille
Dein Reich wächst nicht auf Worthülsen
Deine einzige Sicherheit
ist auf den Namen Risiko getauft
Du bist
dem Leben entgegengestorben
Du lebst dem Tod nicht entgegen                  
Du bist                                                                 
immer
der ganz andere

Wir wünschen Euch und Ihnen eine inspirierende und bewusste innere Vorbereitungszeit auf das Osterfest – sowie Gottesberührungen der ganz anderen und ungeahnten Art…
Eure und Ihre Franziskanerinnen sf

 

März 2019

Hier bin ich, Gott vor dir ...

Es ist inzwischen ein vertrautes Ritual bei uns geworden, zu Exerzitien gute Wünsche, eine Überraschung, etwas für den Weg mitzugeben. Dieses Mal war in meiner Reisetasche ein Gebet gelandet, das mich tief beeindruckte:wagon

Hier bin ich, Gott vor dir,
so wie ich bin –
mit meiner Sehnsucht,
meiner Hoffnung,
meiner Freude,
meinem Ärger,
meiner Müdigkeit …

Hilf mir zu sehen,
was Du mir zeigen möchtest,
zu hören,
was Du mir sagen möchtest,
zu spüren,
dass Du mit mir gehst
und bei mir bleibst.
So bin ich jetzt vor Dir.
Verfasser*in unbekannt

 

Dieser Text passt gut zum Einstieg in Exerzitien: wahrnehmen, was ist; wach werden für Gott; offen werden für das, was werden will. Es ist für mich auch ein Text, der am Anfang der Fastenzeit seinen Platz findet: loswerden, was zu viel ist; wach werden für das, was zählt; offen werden für Gott, meine Welt, die Menschen, die in ihr sind und die Aufgaben, die sich stellen.

In diesem Sinn wünschen wir Ihnen und Euch eine gute Fastenzeit, die gute Räume bieten möge, achtsam zu sein.
Ihre und Eure Franziskanerinnen sf

 

Februar 2019

Klavier vierhändigKlavier

Ich träume von viel mehr:
von einer tausendhändigen Musik,
von einer Harmonie ganzer Welten.

Helder Camara

Noch ziemlich am Anfang des Jahres finde ich noch schnell Zugang zu meinen Träumen und Wünschen für dieses Jahr und für die Zukunft.
Der Traum von Helder Camara spricht mich hier sehr an, der Traum von vielen Händen und damit von vielen Menschen, die alle – jede und jeder für sich – in der ganz eigenen Art sich dafür einsetzen, dass Töne sich verbinden und eine „Harmonie ganzer Welten“ entstehen kann.
Und wenn ich mich aufmerksam umsehe, dann entdecke ich auch hier und in meiner Umgebung schon viele Orte und Menschen, die dazu ihren Part leisten.

Zeit und Raum für die eigenen Träume und Kraft und Mut, sich mit dem eigenen Klang in das Konzert des Lebens einzufügen wünschen

Ihre und Eure Franziskanerinnen sf

 

 

Januar 2019

Offene Sehnsucht

Alles, was ich in das neue Jahr mit hineinnehme, ist stilles Sehnen.
Es ist das Sehnen nach Gott.
Es ist das Sehnen, zu sein.Hände
Es ist das Sehnen, die zu sein, die Gott träumt.                                                      

Ein Sinnbild für die Sehnsucht ist für mich das der Hände, die Offenheit entgegenhalten und aushalten.             
Mich spricht dieses Bild an, das Bild der offenen Hände, die zu einer Schale geformt sind. Es sind Hände, denen auf der einen Seite alles entgleiten kann, die auf der anderen Seite jedoch alles empfangen können.
Die Hände sprechen vom Loslassen, vom Hereinlassen und damit verbunden von Hingabe und Vertrauen.

Was passiert, wenn ich loslasse?
Was oder wen lasse ich ein?

Die offenen Hände deuten auch darauf hin, dass die ureigene Sehnsucht nie zu Ende gestillt werden wird. Es bleibt immer Raum für ungeahnte Größe, wenn dieser nicht verschlossen wird. Offenheit meint Loslassen und Einlassen.

Und so wünsche ich Euch und Ihnen und uns, dass das Geheimnis der Sehnsucht nicht im Alltagstrott untergeht. Ich wünsche uns allen offene Räume, in denen die Sehnsucht leben und wachsen kann.

In diesem Sinne wünschen wir Euch und Ihnen allen ein frohes, gesegnetes und gesundes neues Jahr 2019!

Eure und Ihre
Franziskanerinnen sf